Einmal Pfeffersburg und zurück

Erst im August 2010 waren Pauli sein Frau und ich mit dem Moped in Südtirol. Genau genommen in Nals bei Meran. Das hat uns seinerzeit auf Anhieb so gut gefallen, dass wir über Ostern 2011 direkt mal nachgelegt haben.

„Nä, janz da runter fahren? Da fährste dich doch die Reifen eckig.“ So hörte ich einige Experten kritisch fabulieren. Nun, das kann man vermindern, in dem man zunächst einmal ausschließlich Landstraßen fährt und eben nicht elend lange und unattraktive Autobahnen. Das erhöht zum einen deutlich die Zahl der zu bewältigenden Kurven. Aber entscheidender ist, dass man auf diese Weise viele schöne Regionen besser kennenlernt oder neu entdeckt, die einem ansonsten bei einer alternativen Autobahnhatz von A nach B entgehen.

So führte unsere ca. 900 Kilometer Anreise von Bardenberg zunächst in die Eifel, anschließend den Rhein entlang Richtung Hunsrück, durch die Pfalz zur schwäbischen Alb. Nach einer Übernachtung im Hotel Kreuz in Gammertingen ging es in die fränkische Schweiz und über durch das Allgäu nach Tirol. Und zum Finale ging es dann über den Reschenpass nach Südtirol.

Kurven satt, Wiesen, Wälder und nette Dörfer. Hier mal ein Päuschen eingelegt, dort mal ein bisschen rumgeschaut und an besonderen Örtchen auch mal inne gehalten. Besonders auf Mopedtouren wie dieser stelle ich immer wieder fest, wie schön und mir noch völlig unbekannt viele Ecken in Deutschland sind.

Wenn dann noch das Wetter sowatt von perfekt zum cruisen ist, ja, watt willste mehr als Mopedtist?

„Basislager“ der Eheleute Pauli war diesmal der Gasthof Pfeffersburg bei Tisens.  Ein Landgasthof auf einem kleinen Berg mit rustikaler Atmosphäre und sehr guter Küche. Vom Gasthaus und der neben liegenden Burgruine Kasatsch hat man eine tolle Aussicht auf das Etschtal mit Blick auf Bozen einerseits und Meran andererseits.

Von hier kann man prima wandern – wenn´s  sein muss… Direkt in der Nähe, mitten im angrenzenden Wald, gibt es z.B. einen Filzkunstwanderweg und einen „Erlebnisweg Vorbichl„. Joh, und für Leute die des wandern´s nie genug kriegen: hier gibt´s noch mehr Wanderrouten

Aber wie datt so jeht. Kaum ist man mal einen Tag gelaufen, locken schon die Kurven der Region zum Reifen rund machen. Eine saubere Tagestour haben Pauli sein Frau mit Pauli seine GS von der Pfeffersburg aus in die Dolomiten und retour gemacht. Ich sach nur eins: super!

An einem anderen Tag sind wir drei nach Malcesine an den Gardasee gekurvt. Einem pittoresken Städchen, dass aber leider wie so häufig an schönen Orten von vielen anderen fremden Menschen besucht werden muss.

An einem anderen Tag sind wir durch das Meraner Umland gefahren. Lana, Algund, Dorf Tirol… Äh, Dorf Tirol, naja… hat auch Ordnungshüter.

Mein Zumo 660 Navi hatte mich „hinten rum“, sozusagen durch die Weinberge,  an das bekannte Schloß Tirol leiten wollen. Das war wahrscheinlich nicht erlaubt. Also, nee gut,  es war nicht erlaubt. Es war – insbesondere für Motorräder verboten.

Joh, und es war klar was passiert, wenn man als verwegener Motorradenthusiats auch schon mal ein Risiköschen eingeht. Wie mir der nette Polizist erklärte – unsere Wege kreuzten sich so zufällig wie unglücklich –  kostet so eine vermeintlich vorsätzliche Unachtsamkeit in Italien in der Regel satte 80,00 €!

Wir wissen nicht, wer der nette Polizeibeamte war. Aber scheinbar mehr Südtiroler als waschechter Italiener…

Der Heimweg nach Bardenberg führte uns zunächst über den Reschenpass nach Samnaun in der Schweiz. Der kurze Abstecher machte Sinn, da die Region aufgrund der geographischen Lage Zollauschlussgebiet ist. Hier kostete der Sprit 1,12 €/L. Im Gegensatz zu 1,69 €/L im Schwabenländle!

Dort, in der schwäbischen Alb in Gammertingen übernachteten wir wieder im Hotel & Gästehaus Kreuz. Das ich übrigens ebenfalls empfehlen kann; sowohl die Unterkunft, das opulente Frühstücksbuffet und die hervorragende regionale Küche. Und wer hier schon alles zu Gast war: Fritz und Otmar Walter, Uwe Seeler, Jünther Netzer, Loddar Matthäus, ja sogar Johannes Heesters! Viele Fotografien an den Wänden des Etablissements zeugen von seiner Geschichte. Nett.

Joh, und dann ging es weiterhin ausschließlich über Landstraßen von der Schwäbischen Alb Richtung Straßburg, über Frankreich in und durch die Pfalz über die Mosel nach Luxemburg. Noch mal volltanken (1,33 €/L) und ausrollen bis Eupen in Belgien.

Und hier dann doch: die letzten 32 von insgesamt 2.245 Kilometer ging es nach Bardenberg über die Autobahn. Reifen eckig fahren…

Pauli sein Bericht und Fotos

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